Lehrstuhl für Schulpädagogik
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Die Mentor/Mentee-Beziehung im Praktikum im Kontext von Wertebildung und Demokratielernen: Analyse von Betreuungskontexten und Entwicklung von Handlungsmaßnahmen

Kurzbeschreibung

Partizipativen und demokratisch orientierten Ausbildungskonzeptionen kommt in der Lehrerausbildung große Bedeutung zu: Solche Konzepte tragen dazu bei, angehende Lehrkräfte auf ihre Rolle als zentrale Akteurinnen und Akteure in der Werte- und Demokratiebildung in einer demokratischen, sozialen und humanen Gesellschaft vorzubereiten. Mit Blick auf die Ausbildung von Werten, Haltungen und Berufsethos angehender Lehrerinnen und Lehrer gilt es zu beachten:

  1. Diese werden entscheidend durch Praxiserfahrungen während des Studiums und die Interaktion mit den betreuenden Lehrkräften (Mentor/Mentee-Beziehung) bestimmt (Oser, 1996).
  2. Berufsbezogene Überzeugungen werden früh in der beruflichen Entwicklung erworben und verändern sich meist im Laufe der Berufsbiografie kaum noch (Pajares, 1992; Richardson, 1996).

Das bedeutet: Hinsichtlich Wertebildung, Demokratielernen, Anerkennung und Mitbestimmung besteht ein Desiderat, Mentor/Mentee-Beziehung neu zu denken – mit Blick darauf, dass schulische Mentorinnen und Mentoren in Praktika zukünftige Lehrerinnen und Lehrer gerade dann in der Berufsbiografie begleiten und beeinflussen, wenn sich Berufsethos, Haltungen und Überzeugungen ausbilden, um hier Kontexte wie Wertebildung, Demokratielernen, Mitbestimmung etc. zu stärken.

Das Forschungsprojekt nimmt dieses Desiderat auf und geht in folgenden drei Schritten vor:

  • Identifikation von Gelingensbedingungen wie auch kritischen Situationen in der Mentor/Mentee-Beziehung im Praktikum mit besonderem Blick auf Wertebildung, Anerkennung und Mitbestimmung;
  • Weiterentwicklung von Materialien und Beratungskonzepten für gängige Konflikte in der Betreuung von Praktikantinnen/Praktikanten sowie
  • Konzeption und Evaluation des Projekts nach dem Prinzip des Participatory Research-Ansatzes (Bergold & Thomas, 2010) durch Fachgespräche/Foren mit Studierenden, Mentorinnen und Mentoren sowie Expertinnen und Experten.

Ausgewählten Fragestellungen zu den Ressourcen, Gründen für dysfunktionale Mentor/Mentee-Verhältnisse, zur vergleichenden Perspektive zwischen unterschiedlichen Praktikumsangeboten und eben Fragen zu Demokratielernen, Mitbestimmung etc. stehen im Mittelpunkt eines zweiphasigen Mixed-Method-Verfahrens mit der Critical Incidents Technique (Butterfield et al., 2005; Flanagan, 1954) und ermittelnden Gruppendiskussionen. Befragt werden Studierende (Mentees) und betreuende Lehrkräfte (Mentorinnen/Mentoren), die jeweils in unterschiedlichen Praktikumsformen und Schularten tätig sind. Die abgeleiteten Implikationen sollen zur Verbesserung der Mentor/Mentee-Beziehung im Praktikum beitragen und die Kontexte Demokratielernen, Wertebildung und Mitbestimmung stärken.

Projektpartner

Münchner Zentrum für Lehrerbildung • Praktikumsamt für Lehrämter an Grund-, Haupt- und Sonderschulen

Projektträger

Bildmarke_Lehrbildung_quer_neu_2Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung"

 

Kontakt

Prof. Dr. Ewald Kiel • Lea Nießen M.A. • Dr. Annika Braun • PD Dr. Sabine Weiß

lea.niessen@edu.lmu.de