Lehrstuhl für Schulpädagogik
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Schule für Alle - Interkulturelle Schulentwicklung

Kurzbeschreibung

Das Projekt „Schule für Alle – Interkulturelle Schulentwicklung“ ist ein Teilprojekt des Strukturprojektes „Schule für Alle“. Der Fokus des Teilprojektes liegt auf der diversitätsbewussten interkulturellen Entwicklung von Schulen und Lehramtsstudium sowie auf einer stärkeren Verzahnung von Theorie und Praxis interkultureller Öffnung. Dies soll durch die Implementierung nachhaltiger Strukturmaßnahmen verwirklicht werden, die auf migrationsgesellschaftlich und diskriminierungskritisch reflektierten Konzepten beruhen.

Die am Anfang des Projekts durchgeführte Expertise zu interkultureller Öffnung und (Professor Ludwig Haag, Universität Bayreuth) sowie die umfassende Analyse einschlägiger theoretischer Zugänge und praktischer Angebote haben wichtige Bedarfe für Schulentwicklungsprozesse identifiziert. Diese Bedarfe stellen jedoch nicht nur Ansatzpunkte für die Initiierung und Implementierung interkultureller Schulentwicklung vor Ort an den Schulen dar. Es sind ebenso Bedarfe, die im Kontext der Ausbildung angehender Lehrer/innen bedeutend sind. Daher werden im Projekt folgende Maßnahmen ergriffen, die die Ebenen des Schulsystems und der Lehrer/innenbildung verzahnen:

ProjektbausteineEntwicklung eines Online-Seminars zu dem Thema „Interkulturelle Bildung und Schulentwicklung“ für Studierende, das verpflichtender Teil der Lehramtsprüfungsordnung werden soll. Im Laufe des Seminars sollen angehende Lehrkräfte für Heterogenität und Diversität im Kontext einer Migrationsgesellschaft sensibilisiert und in Grundprinzipien interkultureller Bildung eingeführt werden. Ein besonderer Wert wird dabei auf die Verzahnung von Theorie und Praxis durch mehrperspektivische Fallarbeit gelegt.

 

 

  • Konzeption eines online-basierten Unterstützungsmoduls (Web-Portal) zu interkultureller Schulentwicklung. Das Portal soll als Unterstützungsinstrument zu interkulturell-migrationsgesellschaftlicher Schulentwicklung für verschiedene Zielgruppen (Schulen, Schulträger, Studierende, Lehrkräfte, Fachreferent/innen, Bildungsinstitutionen etc.) fungieren. Das Portal soll sowohl der Vernetzung der Akteure in dem Feld und Unterstützung der Schulen bei Schulentwicklungsprozessen als auch der konzeptionellen Aufbereitung von relevanten Problem- und Fragestellungen und Weiterentwicklung von Handlungsansätzen dienen. Es bietet theoretische Informationen sowie Praxisbeispiele rund um die heterogenitätssensible Personal-, Struktur- und Unterrichtsentwicklung.
  • Entwicklung einer Handreichung zu interkultureller Schulentwicklung, in der zum einen die in Kooperation mit den Projektpartner/innen erarbeiteten Rahmenbedingungen, Verfahren und Inhalte zu interkultureller Schulentwicklung zusammenfasst und zum anderen wichtige Inhalte aus dem Online-Seminar, dem Webportal und der Schulberatung vor Ort (s. u.) berücksichtigt werden sollen.

Stets ergänzt und erweitert werden die oben genannten Projektmaßnahmen durch:

  • Die Ergebnisse von fachlichen Expertisen, z. B. im Rahmen von sog. „Expert/innen-Workshops“, bei denen anerkannte Expert/innen im Bereich Schulpädagogik, interkultureller Bildung und Schulentwicklung über den Bedarf und die Wege der interkulturellen Schulentwicklung diskutieren und Empfehlungen für die Praxis formulieren.
  • Die Ergebnisse von Anforderungsanalysen zu interkultureller Schulentwicklung: Die Anforderungsanalysen wurden im Januar 2016 mit Lehrer/innen und Schulleiter/innen aus verschiedenen Schularten durchgeführt mit dem Ziel, Anforderungen zu interkultureller Arbeit an Schulen zu bestimmen. Die Ergebnisse der Anforderungsanalysen dienen der empirischen Fundierung sämtlicher Projektmaßnahmen und Bausteine bzw. bilden wichtige Anhaltspunkte für die inhaltliche Gestaltung der Projektbausteine.
  • Die Ergebnisse einer praktischen Beratung und Begleitung von Schulen bei interkulturellen Öffnungsprozessen: Im Laufe des Projekts werden am Projekt teilnehmende Schulen über einen Zeitraum von zwei Jahren beim Prozess interkultureller Öffnung begleitet. Dabei werden die Ausgangsvoraussetzungen ermittelt, die Ziele und Wege der interkulturellen Öffnung bestimmt sowie die (Zwischen-)ergebnisse konsequent beobachtet und evaluiert.

Darüber hinaus werden im Rahmen des Förder- und Beratungsprogramms des Gesamtprojekts „Schule für Alle“ Maßnahmen zur Verankerung von Angeboten zu sprachsensiblem Unterricht und Deutsch als Zweitsprache in der Lehrer/innenbildung umgesetzt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Förderung durchgängiger Sprachbildung und Verankerung von additiven Sprachförderangeboten in bestehende Schulstrukturen (http://www.didaktik.germanistik.uni-muenchen.de/forschung/forschung_mitarbeiterinnen/schule-fuer-alle/index.html).

Projektpartner

Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, Stabstelle Kommunales Bildungsmanagement und Steuerung • Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, Pädagogisches Institut • Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) • Universität Augsburg • Universität Bayreuth • Universität Erlangen-Nürnberg • Universität Würzburg

Projektträger

Asyl-, Migrations-, Intregrations-Fonds (AMIF) der Europäischen Kommission, ausführend das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Kontakt

LMU München: Prof. Dr. Ewald Kiel • Dr. Marcus Syring • Alina Ivanova M.A. • PD Dr. Sabine Weiß

alina.ivanova@edu.lmu.de

Zum Download

Expertise zu interkultureller Öffnung und Schulentwicklung von Prof. Dr. Ludwig Haag (Universität Bayreuth)

Abschlussbericht zum Vorgänger-Projekt „Schule für Alle - Förderung von Deutsch als Zweitsprache und Interkulturalität in Schule und Lehrerbildung"

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Link zur Ausschreibung

Literatur

  • Ivanova, A., Kollmannsberger, M. & Kiel, E. (im Druck). Herausfordernde Situationen im interkulturellen schulischen Kontext: Wahrnehmungs- und Handlungsmuster von Lehrkräften. interculture journal.
  • Syring, M., Tillmann, T., Sacher, N., Weiß, S. & Kiel, E. (im Druck). Anforderungen und Aufgaben interkultureller Schulentwicklung: Gruppendiskussionen von Expertinnen und Experten zur interkulturellen Öffnung von Schule. SEMINAR.
  • Syring, M., Tillmann, T., Sacher, N., Weiß, S. & Kiel, E. (im Druck). Demands and tasks of intercultural school development: Group discussions with experts about intercultural school development. Improving Schools.
  • Kiel, E., Syring, M. & Weiß, S. (2017). Schule für Alle: Interkulturelle Schulentwicklung. Gründe und Maßnahmen für eine interkulturelle Öffnung von Schulen. SchulVerwaltung Bayern, 40 (6), 164-168.
  • Weiß, S., Syring, M. & Kiel, E. (2017). Wie kann interkulturelle Schulentwicklung gelingen? Gruppendiskussionen zu erforderlichen Maßnahmen und Haltungen einer interkulturellen Öffnung von Schule. Forum Qualitative Sozialforschung/Forum Qualitative Social Research, 18 (2). Verfügbar unter: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/2679
  • Kiel, E., Syring, M. & Weiß, S. (2016). How can intercultural school development succeed? The perspective of teachers and teacher educators. Pedagogy, Culture and Society, 25 (2), 243-261.

Literatur aus dem Vorgänger-Projekt

  • Kollmannsberger, M. (2013). Fördern und gefordert werden: wie Lehramtsstudierende Anforderungen in Praxiskontakten begegnen. Dissertation, LMU München: Fakultät für Psychologie und Pädagogik. Verfügbar unter: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16563/
  • Stiftung Mercator (Hrsg.) (2010). Der Mercator-Förderunterricht. Sprachförderung für Schüler mit Migrationshintergrund durch Studierende. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann.
  • Vogel, M. (2008). "Mercator macht kreativ". Ein Schreibprojekt im Unterricht Deutsch als Zweitsprache. Deutsch als Zweitsprache, 4, 24-28.
  • Leisen, J. (Hrsg.) (2003). Methoden-Handbuch. Deutschsprachiger Fachunterricht (DFU). Bonn: Varus Verlag.